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Sonntag, 5. Oktober Mit Hattenhof stand heute ein Gegner auf dem Platz, den man bereits aus der letzten Saison in der A-Liga kannte. Damals war Hattenhof engster Verfolger Bachrains (wohlgemerkt mit ca. 10 Punkten Abstand) und schaffte über die Relegation ebenfalls den Aufstieg in die Kreisoberliga. Auch in der Kreisoberliga konnten sich beide Aufsteiger Teams im oberen Tabellendrittel festsetzen. Die Partie versprach also ein spannendes Spiel zu werden. Bei ungemütlichen Wetterverhältnissen entwickelte sich in den ersten Spielminuten ein munteres Spiel, ohne dass allzu große Torchancen für beide Teams heraussprangen. In der 18. Spielminute war es dann Sprycha, der für die Bachrainer nur knapp die Führung verpasste, nachdem Katzer sich auf der rechten Seite durchgesetzt und in die Mitte abgelegt hatte. Die nächste nennenswerter Chance landete dann auch gleich im Tor...der Bachrainer. Ein schneller Hattenhofer Konter über links, drei Bachrainer Abwehspieler schaffen es nicht zwei Hattenhöffer unter Kontroller zu bringen, die sehenswerte Direktabnahme landet im Bachrainer Tor. Die frühe Hattenhofer Führung brachte Bachrain sichtlich aus dem Konzept - ein Rückstand gegen schwache Mannschaften konnte bisher immer schnell egalisiert werden, aber Hattenhof aggierte geschickt und griff früh an, sodass Bachrain nicht das gewohnt schnelle Spiel aufbauen konnte. Dazu kam noch, das bei vereinzelte guten Bachrainer Chancen auch das letzte Quäntchen Glück fehlte. So z.B. als Barthel sich auf der linken Seite durchsetzt, sein Pass in die Mitte auf Link aber in letzter Sekunde entschärft wurde. Es blieb dabei: mit einem 1:0 Pausenstand musste Bachrain in die Kabine, das sah nach viel Arbeit aus, die Spielertrainer Oliver Starke, der heute vom Spielfeldrand aus aggierte, dort vor sich hatte. Nach der Pause sollte es aber aus Bachrainer Sicht zunächst nicht besser werden, ganz im Gegenteil. Unkonzentriert, unbedacht und nachlässig zeigte sich die Bachrainer Mannschaft im Aufbauspiel und auch bei den Zweikämpfen. Hattenhof machte jetzt das Spiel und zwang Bachrain förmlich zu Fehler. In der 50. Minute hätte es auch schon passieren müssen: Keeper Petrakovic wirft einen Ball vorbei an allen Bachrainer Abwehrspielern genau vor die Füße eines Hattenhofer Stürmers, der macht sich ein leichtes daraus die Bachrainer Spieler zu umkurven, läuft im Strafraum alleine auf Petrakovic zu, trickst auch diesen aus und schiebt den Ball aus perfekter Lage an den Pfosten. Unglaublich, das war eine 100prozentige! Kurz darauf eine Eckballorgie im Bachrainer Strafraum. Hattenhof proviziert mit unverhältnismäßig langsamer Ausführung der Eckbälle, dies bleibt jedoch ungeahndet vom Schiedsrichter. Vier Eckbälle in Folge werden so getreten, Bachrain kann sich nicht befreien und kassiert schließlich das 2:0 nach dem 4. Eckball, als der Ball 3 Meter vor dem Tor von einem Hattenhofer Spieler irgendwie ins Tor buchsiert wird. Entfesselt jubelt Hattenhof, Bachrain ist am Boden. Inzwischen ist anstatt Andreas Barthel auch Mario Brähler im Spiel, trotz allem läuft im Sturm nicht viel zusammen, und nur noch 30 Minuten verbleiben um zumindest einen Punkt zu retten. Bachrain probiert nun zwar sich wieder Chancen zu erarbeiten, aber im 16 Meterraum ist zumeist Schluss, zumal sich Hattenhof nun vor allem aufs Verteidigen konzentiert. Das Spiel hat mittlerweile auch sehr an Härte zugenommen, viele unnötige Fouls führen immerwieder zu Verzögerungen. Vielfach treibt auf Bachrainer Seite Christian Katzer das Spiel nach vorne, der seine Gegenspieler in 1:1 Situationen schlecht aussehen lässt. Zählbare kommt aber erst dabei heraus als der Ball auf der rechten Seite zu Patrick Wagner kommt, der hoch in den Strafraum flankt. Die Flanke gerät jedoch viel zu weit und wird von den Zuschauern schon im Toraus gesehen - aber der Gegenwind hilft: der Ball senkt sich und prallt völlig unvermittelt doch noch an die Latte des Hattenhofer Tores, der Torwart scheint genauso überrascht zu sein und kann den Ball nicht unter Kontrolle bringen, Tobias Gerigk steht goldrichtig und staubt ab. Nur noch 2:1 und noch 20 Minuten plus Verlängerung zu spielen. Bachrain macht weiter Druck und rennt gegen die nachlassenden Hattenhöfer weiter an, aber das Spiel gegen die Zeit will noch eine Weile andauern. Manch Zuschauer fragt sich, warum die Mannschaft eine solche Energieleistung nicht schon in den ersten 60 Minuten abgerufen hat. Kurz vor Schluss ist es Peter Sprycha, der mit dem Ball unvermittelt vor dem Hattenhofer Torwart auftaucht und diesen irgendwie im Tor unterbringt. 2:2 Bachrain ist außer Rand und Band, das hatte wohl niemand mehr für möglich gehalten. Vom Schiedsrichter werden drei Minuten Nachspielzeit angezeigt. Bachrain ist also weiter in der Vorwährtsbewegung und jetzt am Drücker. Die Versuche nochmal gefährlich in den Strafraum zu kommen scheinen aber aussichtslos - Patrick Wagner probierts daher aus gut 25 Meter Torentfernung, nimmt sich ein Herz und jagt den Ball mit phänomenaler Schusstechnik in hohem Bogen aufs Tor, der Ball senkt sich, prallt gegen die Latte, prallt gegen der Hinterkopf des Hattenhofer Tormanns und niemand kann es glauben als der Ball dann tatsächlich im Netz zappelt. Bachrain kommt gar nicht mehr aus dem Jubeln raus. Der Ball ist tastächlich drinn! Tor, 2:3 in der Nachspielzeit, Hattenhof bekommt in der langen Nachspielzeit die Quittung für die vielen Szenen in denen sie das Spiel langsam gemacht hatten. Aber das Spiel ist noch nicht zu Ende, der letzte Angriff der Hattenhöfer wird von Marius Link mit einem Foulspiel 25 Meter vor dem Bachrainer Tor unterbunden - nochmal Freisstoß, der wird abgeblockt, kommt aber doch irgendwie aufs Bachrainer Tor wo Marc Petrakovic den Ball sicher hat. Ein Spieler Hattenhofs ignoriert dies jedoch völlig und stößt frustriert Petrakovic zu Boden, unschöne Szenen die auf die aufgeheizte Atmosphäre zurückzuführen sind. Der Schiedsrichter gibt Rot für den Hattenhofer und muss abermals die rote Karte gegen Hattenhof zücken als ein Hattenhofer Ersatzspieler vor das aufgebrachte Bachrainer Publikum eilt und wild gestikulierend den falschen Finger auspackt. Es ist halt nur ein Spiel, eines mit äußerst glücklichem Ausgang für die spät aufgewachten Bachrainer und einem schlechten für die über weite Strecken guten Hattenhöfer. Riesen Kompliment an die Mannschaft, der Einsatz in den letzten 30 Minuten war überragend, die Emotionen und die Adrenalinausschüttung auch, jeder Zuschauer ist heute wohl auf seine Kosten gekommen, auch wenn bei den unschönen Szenen am Ende immer ein fader Beigeschmack bleibt. Übrigens: Wir sind Tabellenführer - glückwunsch! ;) (S.B.)
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